Gastfamilien

Angebote

Nachdem im Herbst 2015 viele unbegleitete minderjährige Flüchtlige nach Düsseldorf kamen, hat der SKFM das Projekt "Gastfamilien für unbegleitetete minderjährige Flüchtlinge" entwickelt. Mittlerweile konnten wir schon einige Jugendliche vermitteln. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Gastfamilien für diese jungen Menschen eine große Chance bieten, sich gut in unsere Gesellschaft zu integrieren und zur Ruhe kommen.

Gastfamilien sind eine Form der Vollzeitpflege nach § 33 SGB VIII. Die Familien und die Jugendlichen werden kontinuierlich von einer Fachberaterin begleitet, die Ansprechpartnerin für formale und pädagogische Fragestellungen ist und im Rahmen der Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII mit dem Vormund, dem Jugendamt und der Schule zusammenarbeitet.

Die Gastfamilien werden vor der Aufnahme eines jugendlichen Flüchtlings gut vorbereitet. Nach der Aufnahme stehen wir den Gastfamilien kontinuierlich in allen Fragen zur Seite. Die Stadt Düsseldorf unterstützt die Gastfamilien mit einem regelmäßigen Pflegegeld.

Leitung

Ursula Hennel
Dipl.-Sozialarbeiterin
0211 / 4696 -185

 

Fachberatung für Gastfamilien

Janina Rein
Sozialpädagogin (BA)
0211 / 4696 -154
gastfamilien@skfm-duesseldorf.de

 

Öffnungszeiten

Montag - Donnerstag

08.30 bis 12.15 Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr

Freitag

08.30 bis 13.00 Uhr und nach persönlicher Vereinbarung

Wer kann Gastfamilie werden?

Gastfamilien sind Menschen, die einem jugendlichen Flüchtling für eine begrenzte Zeit ein neues Zuhause geben. Die meisten jugendlichen Flüchtlinge sind zwischen 14 und 17 Jahren alt.

Diese Aufgabe kann von Familien, Paaren und alleinstehenden Personen übernommen werden. Da die Jugendlichen, die nach Deutschland kommen, unterschiedlich sind und verschiedene Unterstützungsbedarfe haben, brauchen wir unterschiedliche Wohnformen für diese jungen Menschen.

Eine Altersgrenze für Gasteltern gibt es nicht. Wir machen die Erfahrung, dass gerade eigene Erziehungserfahrung bei der Aufnahme eines geflüchteten Jugendlichens hilfreich sein kann.

Wie können wir uns unterhalten?

Gerade in der Anfangszeit kann die Kommunikation schwierig sein. Manchmal geht es nur mit „Hand und Fuß“. In dieser Zeit steht den Gastfamilien ein Kontingent an Dolmetscher-Stunden zur Verfügung, das frei abgerufen werden kann. Es unterstützt darin, von Anfang an alle wichtigen Themen miteinander besprechen zu können und hilft über die anfängliche Sprachbarriere hinweg.

Welche unbegleiteten Jugendlichen kommen zu uns nach Deutschland und woher kommen sie?

Da jeder Jugendliche, der ohne seine Eltern nach Deutschland kommt, seine ganz eigene Geschichte mitbringt, lässt sich diese Frage natürlich nicht pauschal beantworten. Dennoch gibt es Erfahrungswerte.

Ein Großteil der Jugendlichen ist zwischen 14 und 17 Jahren alt. Einige Jugendliche stammen aus Syrien, Afghanistan und den westafrikanischen Staaten. Manche Jugendliche stammen aus anderen Ländern der Welt, in denen sie von Krieg und Verfolgung bedroht waren.

Die allermeisten dieser Jugendlichen sind Muslime. Sie praktizieren ihren Glauben in unterschiedlicher Ausprägung.

Welche Themen und Erfahrungen bringen die Jugendlichen mit?

Die Jugendlichen bringen ganz unterschiedliche Erfahrungen mit. Häufig hatten sie vor ihrer Flucht eine intakte Familie, von der sie durch Flucht, Verfolgung und Krieg getrennt wurden. Manche Jugendlichen haben ihre Familien auch verloren. Für alle Jugendlichen ist die Trennung von ihrer Familie ein prägendes  und einschneidendes Thema.

Nach ihrer Flucht beschäftigt viele Jugendliche die Frage, ob sie in Deutschland bleiben können und wenn ja, welche Möglichkeiten es hier für sie gibt. Eine Perspektivklärung wird durch das Jugendamt in Zusammenarbeit mit dem Vormund vorgenommen.

Wie werden Gastfamilien unterstützt?

Die Gastfamilien werden durch den SKFM Düsseldorf e.V. vor der Aufnahme eines jugendlichen Flüchtlings gut vorbereitet. Nach der Aufnahme werden die Gastfamilien pädagogisch von unseren Fachberater/innen begleitet und im Rahmen der Jugendhilfe finanziell durch Pflegegeld unterstützt.

Jeder Jugendliche, der ohne seine Eltern nach Deutschland einreist, hat einen Vormund (gesetzliche Vertretung). Der Vormund bleibt auch nach Unterbringung in der Gastfamilie wichtiger Ansprechpartner des Jugendlichen und der Gastfamilie. Er kümmert sich z.B. um ausländerrechtliche Fragen und begleitet Behördengänge.

Jede Gastfamilie hat die Möglichkeit an Austauschtreffen mit anderen Gastfamilien des SKFM Düsseldorf e.V. teilzunehmen und nach Absprache Supervision in Anspruch zu nehmen.

In Krisen erhalten die Gastfamilien schnell und unkompliziert Unterstützung durch unsere Fachberatung.

Haben die Jugendlichen einen Schulplatz?

Die meisten Jugendlichen gehen zunächst in eine internationale Förderklasse. Dabei handelt es sich um spezielle Deutschförderklassen. Dort lernen die Jugendlichen aus verschiedenen Ländern gemeinsam Deutsch. Mit steigender Sprachkompetenz kommen andere Fächer hinzu, bis die Jugendlichen schließlich eine Regelklasse besuchen können.

Wer vermittelt die Jugendlichen in eine Gastfamilie?

Die Jugendlichen werden auf eigenen Wunsch durch einen  Pflegekinderdienst in eine Gastfamilie vermittelt. Bei der Vermittlung profitieren alle Beteiligten von der Expertise, die die Dienste bereits durch eine  langjährige Vermittlungspraxis von Kindern in Pflegefamilien erworben haben.

Wie läuft eine Vermittlung in eine Gastfamilie konkret ab?

Das Jugendamt informiert den Pflegekinderdienst über einen Jugendlichen, für den eine Gastfamilie voraussichtlich die passende Hilfeform ist. Zwei Mitarbeiter/innen des Pflegekinderdienstes lernen den Jugendlichen kennen und sprechen mit ihm über seine Erwartungen und seine Wünsche.

Nach diesem Gespräch nehmen die Mitarbeiter/innen eine Einschätzung vor, ob und in welche Gastfamilie dieser Jugendliche vermittelt werden könnte. Bei geeigneter Passung findet ein erstes Kennenlerntreffen mit dem Jugendlichen und der Gastfamilie statt.

Beide Seiten können nach diesem Treffen entscheiden, ob sie sich sympathisch sind, sie sich weiter kennenlernen möchten und ggf. individuell weitere Treffen vereinbaren. Wir glauben, dass es wichtig ist, dass sich Jugendliche und Gastfamilien vor dem Zusammenleben intensiv kennenlernen können und unterstützen daher eine intensive Kennenlernphase.

Wenn im Laufe dieser Kennenlernphase sowohl der Jugendliche als auch die Gastfamilie den Wunsch entwickeln zusammen leben zu wollen, wird der Umzug mit allen Beteiligten besprochen und der Einzug geplant.

Wie lange lebt ein Jugendlicher in einer Gastfamilie?

Auf diese Frage gibt es nur individuelle Antworten. Die Dauer des Aufenthalts kann sehr unterschiedlich sein. In der Regel leben die Jugendlichen bis zur Verselbstständigung in ihrer Gastfamilie. Abweichungen sind möglich und können individuell besprochen werden. Die Wünsche der Gastfamilie werden berücksichtigt.

Welche Anforderungen werden an ein Zimmer gestellt, dass die Gastfamilie für einen Jugendlichen bereitstellen würde?

Damit der Jugendliche ankommen und zur Ruhe kommen kann, braucht er einen Ort, an den er sich auch mal zurückziehen und für sich sein kann. Ein freies Zimmer, das sich der Jugendliche nicht mit Anderen zu teilen braucht, ist daher eine wichtige Voraussetzung.

Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, das Zimmer nach Möglichkeit gemeinsam mit dem Jugendlichen und unter Berücksichtigung seiner Vorstellungen einzurichten. Beim Kauf der Einrichtung werden die Gastfamilien im Rahmen der Jugendhilfe finanziell unterstützt.